©Ray van Zeschau

An einem Theaterstück mit dem Titel: Rübe.

UND WORUM GEHT ES DA?
Es ist die Bearbeitung des russischen Volksmärchens »Das Rübchen«. Großvater pflanzt in seinem Garten eine kleine Rübe, und als sie größer wird, versucht er vergeblich sie aus der Erde zu ziehen. Selbst als die Großmutter und Enkelsohn und Hund und sogar Katze mithelfen, bleibt das Rübchen immer noch fest in der Erde. Erst als das kleinste Tier – die Maus – mit anpackt, gelingt es. Also: Erst wenn alle zusammen arbeiten, kommt man zum Ziel. So sieht es bei mir erst einmal nicht aus. 

UND WIE SOLL DIE RÜBE BEI IHNEN AUSSEHEN?
Ich habe erst angefangen mit meinen Überlegungen. Auf jeden Fall spielt meine Theaterbearbeitung nicht in Großvaters Garten sondern irgendwo in der Großstadt. Bisher habe ich nur die Bühnenanweisung geschrieben: Hinterhof. Trübes Licht.

ABER IRGENDWAS MÜSSEN SIE DOCH SCHON WISSEN, ODER?
Nur so viel. Es gibt sieben Figuren, die alle ein unterschiedliches Interesse mit der Rübe verbinden – vor allem, als sie immer größer und größer wird. Der eine will sie sofort essen, der nächste möchte sie verkaufen und unermesslich reich werden, der dritte will damit Strom erzeugen und wieder ein anderer braucht einen Freund zum Reden und unterhält sich nachts im Mondlicht stundenlang mit der magisch wachsenden Rübe. Natürlich gibt es sofort Streit über Zuständigkeiten und Ansprüche. Irgendwann gerät die Situation völlig außer Kontrolle, als die Rübe nämlich gigantische Ausmaße annimmt und den gesamten Bühnenraum ausfüllt. Bevor die Figuren ganz an den Rand gedrängt werden, versuchen sie die Rübe mit einem Sprengsatz in die Luft zu jagen – Gewalt ist schließlich immer eine Lösung. Dabei geht zwar die gesamte Umgebung kaputt, aber die Rübe bleibt. Weiter weiß ich noch nicht …