FÜCHSE LÜGEN NICHT

51HMWFFsqHL»Alle Flüge sind ersatzlos gestrichen!«, verkündet der Hund vom Sicherheitsdienst. Und so sitzen der Panda, der Affe, die Gans, der Tiger und die beiden Schafe am Flughafen fest. Aber wieso ist eigentlich das ganze Gebäude verlassen? Nicht nur auf diese Frage hat der Hund keine Antwort. Dann taucht ein feuerrotes Tier auf und stellt sich als Fuchs vor. Mit diesem neuen Freund erleben die Tiere endlich mal was – und dank des breiten Warenangebots vom Duty Free Shop lässt sich eine knallige Party feiern. Doch am nächsten Tag fehlt vom Fuchs jede Spur. Und auch alle Reisepässe sind weg.«

Auch als vom Autor gelesenes Hörbuch bei Silberfisch erschienen
http://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuecher/hub-fuechse-luegen-nicht-2583/

FRAGEN UND ANTWORTEN
LIEBER HERR HUB, DARF MAN EIGENTLICH LÜGEN? Diese Frage stelle ich Kindern bei Lesungen auch regelmäßig. Offenbar gibt es durchaus Situationen, in denen Lügen nicht nur erlaubt sondern absolut sinnvoll ist. Zum Beispiel um sein Leben zu retten. Oder wenn man eine Überraschung vorbereitet. Am ersten April muss man sogar lügen. Auch wenn man unbedingt einen ab zwölf Jahre freigegebenen Kinofilm sehen will, man aber erst zehn ist. Aber wenn man seine Freunde belügt, da hört der Spaß auf. Darüber sind sich alle Kinder einig. Als der schlaue Fuchs diese Erfahrung  macht, ist es eigentlich schon zu spät.

WIESO KOMMEN IN IHRER GESCHICHTE TIERE VOR?  Wenn man etwas über das Lügen erzählen will, fällt einem sofort der schlaue Fuchs ein, über den es auf der ganzen Welt jede Menge Geschichten gibt. Am bekanntesten wurde Reineke Fuchs, in der Bearbeitung Goethes. Ich habe mich gefragt: Wie würde sich Reineke heute verhalten? Viele Figuren und Situationen aus dem alten Epos habe ich beibehalten. Zum Beispiel die Gerichtsverhandlung, in der die miesesten menschlichen Eigenschaften zu Tage treten: Feigheit, Rache und Volkszorn.

WARUM SPIELT DAS GANZE AN EINEM FLUGHAFEN?  Ein Flughafen ist ja ein Ort, wo Tiere erst einmal nicht hingehören. Aber alle machen sich selbst und den anderen etwas vor. Ebenso wie Kinder heutzutage sind auch diese Tiere einem großen Druck ausgesetzt und haben ganz vergessen, was das Beste für sie wäre. Der Tiger zum Beispiel will lieber sein Gesicht auf einer Packung Cornflakes sehen als in Freiheit zu leben.

http://www.carlsen.de/hardcover/fuechse-luegen-nicht/34880


WAS ANDERE SO SAGEN
»Füchse lügen nicht« ist eines der Kinderbücher, die das Zeug zum Klassiker haben.
buecherkinder.de

»Tiere als Träger menschlicher Eigenschaften gibt es in der Kinderliteratur zwar zuhauf, aber dass sie ihre Schöpfer in eine Art Laborsituation versetzen, um gruppendynamische Prozesse anzustoßen, so etwas gab es bisher nur bei der historischen Gerichtsverhandlung gegen Reineke Fuchs, in der die wichtigsten menschlichen Untugenden zu Tage treten. Duckmäusertum. Rachegelüste. Volkszorn. Denunziation. Voyeurismus. Und jetzt kommen Ulrich Hub und die Illustratorin Heike Drewelow daher und setzen mit Füchse lügen nicht ein farbiges Fabelbüchlein in eine Welt, von der keinerlei historischer Mief ausgeht. (…) In der Animal Lounge sitzt ein seltsam zusammengewürfeltes Häufchen Tiere – Gestrandete, die auf Flüge warten, die nie kommen werden. Eine wahrhaft Godotsche Szene. Sie warten und warten und warten. (…) Als aus dem Nirgendwo auch noch ein Fuchs auftaucht und mit charmanter Fabulierkunst die konventionellen Vorstellungen von Lüge und Wahrheit aufmischt, ist die wankelmütige Gesellschaft zuerst begeistert, dann irritiert und schließlich schockiert. Je neurotischer die Situation wird, desto intensiver werden sich die Leser – junge wie alte – mit den Charakterzügen der Wartenden beschäftigen, Animal hin oder her. (…) Füchse lügen nicht ist eine Fabelerzählung voller Leichtigkeit, verständlicher Ironie und kluger Anspielungen. Manchmal fühlt man mit den Tieren, manchmal rauft man sich die Haare. (…)  Ohne belehrenden Ton und mit menschenfreundlichem Augenzwinkern beweist Ulrich Hub, wie nahe uns Reineke Fuchs & Co. im täglichen Leben sind.«
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2014

»Er weiß, wie er die anderen für sich gewinnt: Für die Aufgeregte spielt er den Ritter, den Geltungsbedürftigen bittet er um ein Autogramm, den Neunmalklugen zeigt er seine Bewunderung. Nur die Autorität missachtet er, so lange, bis er sich der Sympathie der anderen Tiere sicher genug sein kann, um sogar gegen sie aufzubegehren: Ulrich Hubs Kinderbuch „Füchse lügen nicht“ erzählt ein Paradebeispiel demagogischen Geschicks.«
FAZ, 2014

»Hub las von einer Handvoll Tiere, die in der Animallounge eines Flughafens auf ihren Flieger warten. Die Gans sucht beständig ihren Reisepass, die Klon-Schafe reden im Chor, der Affe schmeißt beständig Pillen ein, der Tiger rühmt sich seiner Fernsehkarriere und der Panda ruht sich auf seinem Artenschutzpass aus. Der Wachhund versucht das Chaos, das sich langsam ausbreitet, einzugrenzen. Während die Tiere tagelang warten, reden und irgendwann die Duty-Free-Shops stürmen, taucht ein Fuchs auf und bringt das wohlige Stelldichein durcheinander. Nach und nach hält er den Individuen den Spiegel vor, bohrt in Seelenwunden, desillusioniert und kommt Lügengespinsten auf die Spur. Und rettet allesamt schließlich vor einer großen Katastrophe.«
letterata. de, 2014

»Köstlich anarchischer Lesespaß!«
Gong

»Eine verfuchst hintergründig-schlaue Geschichte.«
Kölner Stadtanzeiger