fullsizerenderEnsemble Theater Junge Generation Dresden

GLEB  Einmal vor langer Zeit, da ich noch ein Kind war, hab ich ein ganz klein Ding gefunden. Da kam einer des Wegs und sprach, man muss es tief vergraben in der Erde, und ein süßes Rübchen wuchs hervor. »Das ist wohl mal was anderes als immer nur saure Gurken«, so dachten wir und wollten es schon herausziehen. Da kam ein andere und sprach, »wenn ihr das Rübchen nur fleißig gießt, wird daraus wohl eine richtige Rübe, und ihr habt noch was übrig für schlechte Zeiten.« Also haben wir fleißig gegossen, und als die Rübe größer war und wir sie herausziehen wollten, kam wieder einer vorbei und sprach, »wenn die Rübe groß wie ein Haus wird, könnt ihr sie verkaufen und habt die Taschen voller Geld«, und noch einer sprach, »wenn die Rübe hoch wie ein Kirchturm wird, so zittern und beben die Menschen vor euch.« So haben wir gegossen und gegossen und die Rübe wuchs und wuchs, und wir dachten vergnügt, wie uns doch alles nach Wunsche geht, bis die Rübe so groß geworden war, dass ihre Spitze bis in den Himmel reichte. Da war die Sonne nicht mehr zu sehen und alles nur noch dunkle Nacht, und kein Mensch in seinem Kämmerchen weiß sich mehr zu helfen, aber endlich, wie der Jammer am allergrößten ist –
EGOR  Und weiter?
GLEB  Daran kann ich mich nicht mehr erinnern.

Anfang Mai haben am Theater Junge Generation die Vorproben zu dem Stück RÜBE begonnen. Uraufführung am 18.Dezember 2016